Umweltagenda Basel
«Vorbilder von heute für morgen»
9. – 11. Juni 2017
Filme und Gespräche zum Thema «Wasser»
Mit Basler Vorbildern von heute für morgen

Die Open-Air-Filmreihe „Filme und Gespräche über die Welt von morgen“ setzt in diesem Jahr den Schwerpunkt auf das Thema Wasser. Während zwei Wochen (10. - 21. August) stehen dazu sechs Filmabende im St. Johanns-Park auf dem Programm. Jeweils vor dem Film findet ein moderiertes Gespräch mit einem «Vorbild von heute für morgen» aus Basel statt. Es stellt einen Zusammenhang zu den hiesigen Verhältnissen her und zeigt konkrete Handlungsmöglichkeiten fürs Publikum auf.

Programm und Termine

Alle sechs Filme, davon fünf Dokumentarfilme und ein Spielfilm, stehen in direktem Bezug zu Baslerinnen und Baslern, die sich aktiv für den Gewässerschutz einsetzen. Sie kommen jeweils vor dem Film zu Wort.

Der Verein Nomatark bringt per E-Bikes sein Solarkraftwerk mit, das den Strom fürs Kino liefert. Zu den Events im St. Johanns-Park stehen eine beschränkte Anzahl an Sitzgelegenheiten zur Verfügung. Die Filmabende finden unter freiem Himmel statt, bei schlechter Witterung im Parkcafé «Kleiner Wassermann».

Die Filme richten sich an die breite Öffentlichkeit, der Eintritt ist kostenlos. Organisiert und durchgeführt wird der Anlass vom Stadtteilsekretariat Basel-West, Solarkino Nomatark und dem Amt für Umwelt und Energie Basel-Stadt.

FILME UND GESPRÄCHE ÜBER DIE WELT VON MORGEN – FOKUSTHEMA WASSER

10.8.2021, 21 Uhr, St. Johanns-Park, «Die Friedensköche am Rio Napo»
Lokales Umweltvorbild zu Gast: Filmteam Esther Petsche und Samuel Schlaefli

12.8.2021, 21 Uhr, St. Johanns-Park, «Artifishal»
Lokales Umweltvorbild zu Gast: Véronique Andreoli, WWF Region Basel

14.8.2021, 20.45 Uhr, St. Johanns-Park, «Danke für den Regen»
Lokales Umweltvorbild zu Gast: Stephan Dilschneider, Ecoloc Institut für lokale Ökonomie

17.8.2021, 20.45 Uhr, St. Johanns-Park, «Wasser – Im Visier der Finanzhaie»
Lokales Umweltvorbild zu Gast: Martin Schaffner, Viva con Agua

19.8.2021, 20.45 Uhr, St. Johanns-Park, «Unser Planet - Eiswelten»
Lokales Umweltvorbild zu Gast: Nathalie Oberholzer, Naturforum Regio Basel

21.8.2021, 20.40 Uhr, St. Johanns-Park, «Ökozid»
Lokales Umweltvorbild zu Gast: Rosmarie Wydler-Wälti, Klimaseniorinnen

Programmflyer

LEBEN UND REISEN AM UND AUF DEM WASSER

DIE FRIEDENSKÖCHE AM RIO NAPO
Samuel Schlaefli, Esther Petsche | 55 Min. | D | 2019

Dienstag, 10. August 2021
Filmstart nach dem Eindunkeln um ca. 21:00 Uhr

Der Film porträtiert die NGO «Cuisine sans frontières» und den Schweizer Koch David Höner, welcher an Orten mit sozialen Konflikten gastronomische Treffpunkte und Ausbildungsstätten aufbaut. Seine Vision für den Oriente im ecuadorianischen Amazonas ist eine ökonomisch und ökologisch nachhaltige Tourismusregion, die von den indigenen Gruppen selbst verwaltet wird. Er ist überzeugt, dass der kommunale Ökotourismus eine existenzsichernde Alternative zur Ölförderung darstellt und die Vertreibung indigener Gruppen, die Zerstörung des Regenwaldes sowie die Verschmutzung des Rio Napo stoppen kann.

Lokale Umweltvorbilder zu Gast: Filmteam Esther Petsche und Samuel Schlaefli
Das Duo möchte mit seinen Filmen Interessen wecken, Alternativen aufzeigen und zum Nachdenken anregen. In ihrem Fokus steht der Mensch als Schnittstelle zwischen Umwelt, Sozialem und Politik; wie dieser mit den globalen Herausforderungen umgeht und was ihn dabei motiviert.
Neben notwendiger Kritik versuchen die beiden Filmschaffenden auch die positiven Entwicklungen nicht aus den Augen zu verlieren.

Porträt Filmteam Esther Petsche und Samuel Schlaefli

GEWÄSSER: LEBENS- UND PRODUKTIONSORT FÜR WILD- UND ZUCHTFISCHE

ARTIFISHAL
Josh Murphy | 80 Min. | E/(D) | 2019

Donnerstag, 12. August 2021
Filmstart nach dem Eindunkeln um ca. 20:56 Uhr

Die kürzeste Geschichte des Speisefischs der letzten fünfzig Jahre: Der Konsum pro Kopf hat sich verdoppelt, die Populationen haben sich halbiert. Die Zucht und Haltung von Lachsen veränderten deren Genetik. Die Lachse werden nur noch halb so gross wie früher. Die grossgewachsenen Wildlachse waren die Nahrungsgrundlage der Orcas. Lachszuchtanlagen bedrohen aber auch viele andere Fischarten. Zuchtlachse sind Raubfische und müssen mit einem Mehrfachen ihres eigenen Körpergewichts mit Wildfischen gemästet werden. Ein Film über Menschen, Flüsse und den Kampf für die Zukunft von Wildfischen und deren natürliche Umwelt.

Lokales Umweltvorbild zu Gast: Véronique Andreoli «WWF Region Basel»
Der World Wide Fund For Nature Schweiz spielt eine führende Rolle im weltweiten WWF-Netzwerk. Er ist die grösste Umweltorganisation der Schweiz. Aus der Erkenntnis, dass für die Umwelt oft mehr auf kantonaler als auf eidgenössischer Ebene erreicht werden kann und die Zuständigkeit für die Umsetzung nationaler Umweltgesetze oft bei den Kantonen liegt, wurden 23 Schweizer Sektionen gebildet. Die Schwerpunkte des Basler Regionalbüros sind: Gewässer, Raumplanung und Artenschutz.

Porträt WWF Region Basel, Véronique Andreoli

LANDWIRTSCHAFT, KLIMAWANDEL UND EXTREMWETTEREREIGNISSE

DANKE FÜR DEN REGEN
Julia Dahr, Kisilu Musya | 87 Min. | D | 2017

Samstag, 14. August 2021
Filmstart nach dem Eindunkeln um ca. 20:52 Uhr

Während vier Jahren filmt Kisilu Musya die Auswirkungen der extremen Wetterbedingungen auf seine Familie und auf sein Heimatdorf in Kenya. Überschwemmungen, Dürreperioden und Unwetter lassen vielen Männern keine andere Wahl, als ihre Familien zurückzulassen, um anderswo nach Arbeit zu suchen. 2015 reist Kisilu nach Paris zum Welt-Klimagipfel, um den UN-Botschaftern seine erschütternden Aufnahmen vorzuführen.

Lokales Umweltvorbild zu Gast: Stephan Dilschneider «Ecoloc Institut für Lokale Ökonomie»
Die wichtigste Voraussetzung für die Transformation hin zu einer nachhaltigen, sozial gerechten Gesellschaft und zu ganzheitlicher Lebensqualität sind starke Lokale Ökonomien. Ecoloc ist eine gemeinnützige Organisation für Forschung, Entwicklung, Bildung und die Gestaltung lokaler Prozesse. Ihre Vision ist die Einbettung der Ökonomie in die Gesellschaft unter Beachtung der ökologischen Grenzen.

Porträt ecolog, Stephan Dilschneider

SÜSSWASSER: FINANZPRODUKT ODER MENSCHENRECHT?

WASSER - IM VISIER DER FINANZHAIE
Patrice des Mazery, Jérôme Fritel | 87 Min. | D | 2018

Dienstag, 17. August
Filmstart nach dem Eindunkeln um ca. 20:47 Uhr

Der Wasserverbrauch wächst schneller als die Weltbevölkerung. 2050 wird mindestens jede:r Vierte in einem Land mit chronischem Wassermangel leben. Wasser-Aktien gehören zu den Anlagetrends der Zukunft. Ob Goldman Sachs, HSBC, UBS, Allianz, Deutsche Bank oder BNP: Banken, Investmentfonds und Hedgefonds stürzen sich auf das blaue Gold. Darf man das zulassen? Von Australien nach Kalifornien und von New York bis London erzählt diese investigative Dokumentation vom aktuellen Kampf zwischen den Verfechter:innen der „Finanzialisierung“ von Wasser und den Verteidiger:innen für Wasser als Menschenrecht.

Lokales Umweltvorbild zu Gast: Martin Schaffner «Viva Con Agua»
2,2 Milliarden Menschen haben keinen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser. Rund 579 Millionen Menschen fehlt sogar die Basis-Versorgung mit Wasser. Tausende Supporter:innen engagieren sich für Viva con Agua. In vielen Städten haben sie sich zu Crews “Wasser für Alle - Alle für Wasser” zusammengeschlossen, welche an Festivals leere Mehrwegbecher einsammeln. Mit dem Erlös des Depots ermöglichen sie Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser, Hygieneeinrichtungen und sanitärer Grundversorgung.

Porträt Via Con Agua, Martin Schaffner

KLIMAWANDEL UND ARTENSTERBEN

UNSER PLANET ­– EISWELTEN
David Attenborough | 54 MIN. | D | 2019

Donnerstag, 19. August
Filmstart nach dem Eindunkeln um ca. 20:43 Uhr

Die Dokureihe «Unser Planet. Ein Grund zur Hoffnung.» zeigt in acht Themenschwerpunkten die Schönheit unseres Planeten. In «Eiswelten» schmilzt sie. Es gibt drei Arten von Polareis: Meereis, Landeis und Permafrost. Sie alle sind weiss und reflektieren das Sonnenlicht. Wenn sich das Klima erwärmt, schmilzt diese natürliche Schutzschicht und der Klimawandel beschleunigt sich. Die Auswirkungen sind dramatisch und gut dokumentiert. Wenn das Eis an den Polen schmilzt, wird den dort lebenden Tieren wortwörtlich der Boden unter den Füssen bzw. Flossen weggezogen.

Lokales Umweltvorbild zu Gast: Natalie Oberholzer «Naturforum Regio Basel»
Der Verein fördert naturpädagogische Angebote und vernetzt deren Akteur:innen. Bei der direkten Naturbegegnung können Kinder ihre Beziehung zur Natur aufbauen und vertiefen. Eine wichtige Grundvoraussetzung, um später als Erwachsene verantwortungsvoll mit ihr umzugehen.

Porträt Naturforum Regio Basel, Natalie Oberholzer

STEIGENDE MEERESSPIEGEL: VERANTWORTUNG UND HAFTBARKEIT

ÖKOZID
Andres Veiel | 90 Min. | D | 2020

Samstag, 21. August 2021
Filmstart nach dem Eindunkeln um ca. 20:39 Uhr

2034 sind die Folgen der Klimakatastrophe dramatisch, Dürre und Hochwasser haben die Lebensgrundlage von Millionen Menschen vernichtet. 31 Staaten des Globalen Südens verklagen die Bundesrepublik Deutschland vor dem Internationalen Gerichtshof auf Schadenersatz. Aus Artikel 6 der UN-Konvention, dem Recht auf Leben, kann abgeleitet werden, dass die Bundesrepublik Deutschland ihre völkerrechtliche Pflicht verletzt hat, einer Erhöhung der weltweiten CO2-Konzentration entgegenzuwirken. Doch die Auswirkungen des vom Menschen verursachten Treibhauseffektes sind inzwischen auch für Europa spürbar. Die Gerichtsverhandlungen finden in einem provisorischen Gerichtssaal in Berlin statt, da in Folge der Sturmflut die Stadt Den Haag evakuiert werden musste.

Das fiktive Zukunftsszenario basiert auf der Auswertung von Original-Dokumenten und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die juristische Auseinandersetzung im Spielfilm kann durchaus zur Realität werden. Das deutsche Verfassungsgericht stellte Ende April 2021 fest, dass Menschen ein Grundrecht auf Zukunft haben und dass die Bundesregierung beim Klimaschutzgesetz nachbessern muss. Zeitgleich sprach sich das französische Parlament dafür aus, Ökozid zum Straftatbestand zu erklären.

Lokales Umweltvorbild zu Gast: Rosmarie Wydler-Wälti «KlimaSeniorinnen»
2016 hat der Verein die erste Schweizer Klimaklage beim Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) eingereicht. Sie wurde abgewiesen. 2020 reichten die KlimaSeniorinnen und vier Einzelklägerinnen beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) eine Beschwerde gegen die Schweiz ein. In verschiedenen Ländern weltweit ist es zu ähnlichen Klagen im Zusammenhang mit der Klimaerhitzung gekommen. Sechs Jugendliche aus Portugal wendeten sich ebenfalls an den EGMR und haben Klage gegen 33 Länder eingereicht, auch gegen die Schweiz.

Porträt KlimaSeniorinnen, Rosmarie Wydler-Wälti

Weitere Vorbilder
Simone Schelker, Tanja Gantner

Im OFFCUT Materialmarkt werden Gebraucht- und Restmaterialien gesammelt, die sonst im Abfall landen würden. OFFCUT ist ein Secondhand-Künstler- und -Bastelbedarf-Laden und Projektraum für kreative Wiederverwertung. Simone und Tanja wissen, dass umweltinteressierte und kreative Menschen noch ganz viel aus sogenanntem «Abfall» machen können.

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Katja Hugenschmidt

Mit dem Hinterhof an der Ahornstrasse 39 hat Katja Hugenschmidt ein Beispiel gewählt, welches in Sachen lebendiges Grün für sich spricht.

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